Stadtrundgang Dülken

Die Stadt Dülken, einst selbständig, ist heute mit 20.000 Einwohnern der zweitgrößte Stadtteil von Viersen und liegt im südlichen Teil des Niederrheins nicht weit von der niederländischen Grenze an der Autobahn 61.

Mein Stadtrundgang orientiert sich an der Historischen Meile Dülken.

Für die Historische Meile Dülken hat der Historiker René Franken im Auftrag der Stadt Viersen 11 Informationstafel entworfen um die Geschichte von Dülken an Hand von alten, Fotos, Zeichnungen und Karten sichtbar zu machen.

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Karte Stadtrundgang

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Inhalt

Dülken das Herz vom Niederrhein
Infobox
Karte Stadtrundgang
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Google Maps Anreise
Geschichte Dülkens

Fazit
Bildergalerie
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Infobox

Tourname > Stadtrundgang Dülken
Länge > 1,4 km
Dauer > 0:22 h
Höhenmeter > 0 hm
Anfahrt > Google Maps
Tourbeschreibung > Startpunkt ist der Eligiusplatz, Schöffengasse, Börsenstrasse, Alter Markt, Am Neumarkt, Domhof, Lange Straße, Westwall mit Gefangenenturm, Eligiusplatz
GPX-Download > GPX-File
Einkehrmöglichkeiten > Diverse
Sonstiges > Narrenmühle, Narrenakademie
Bewertung > 3,5 von 5 Sternen

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Tipps auf der Strecke

Ein Besuch des Inneren der Pfarrkirche St. Cornelius, einem Backsteinbau mit neugotischen Stilelementen, sollte man auf jeden Fall einplanen. Die drei mittleren Schiffe bilden eine mächtige Halle mit Kreuzgratgewölben, während die beiden äußeren Schiffe sehr niedrig sind.


Mit 60 m Länge und 35 m Breite bei 1300 m² Innenraum ist die St. Cornelius-Kirch eine der größten Pfarrkirchen des Rheinlandes

Sehenswert sind auch das Sakramentshäuschen, die Beichtstühle, das Chorgestühl vom Ende des 16. Jahrhunderts und die Kirchenbänke

Einkehrmöglichkeiten

In Dülken gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Vom Griechen, Italiener bis zur urigen Kneipe oder Cafe findet man hier wirklich alles.

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Anreise zum Startpunkt

Start-Adresse für das Navi: Parkplatz Eligiusplatz, Lange Str. 97, 41751 Viersen-Dülken
Hier findest du den Link zum Google Maps Routenplaner mit Startpunkt der Tour

Google Maps

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Die Geschichte Dülkens

Dülken wurde erstmals urkundlich im Jahre 1267 erwähnt und erhielt seine Stadtrechte 1364.

Ab 1387 prägte Dülken, wie so viele andere Städte in dieser Zeit sein eigenes Geld, den Dülkener Pfennig. Bis 1423 war die Stadt Münzstätte des Herzogtums Jülich.

1553 kommt es zu einem großen Brand bei dem nahezu ein Drittel aller Häuser der Stadt zerstört wurden.

Historische Stadtbefestigung

Historische Daten zur Stadtbefestigung
1279 erster Hinweis auf Befestigungsanlagen an der Kirche
1387 Gewährung von Akzisen und Wegegeld (Steuern) für Ausbau und zur Unterhaltung der
Befestigungsanlagen bestehend aus „graven, planken, portzen in andere vestingen“
(Erläuterung: Gräben, Palisaden, Tore und andere Befestigungen
1400 „Broichportzen“ Bruchtor an der heutigen Venloer Straße
1422 „Lynden-, Gladbacher oder Hausenportzen“ Gladbachertor im Süden der Stadt
1453 „Stein-, Suchteler- oder Treinckenpforte“ Süchtelnertor im Norden der Stadt
1568 12 Türme
1609 17 Türme und 2 Turmtore, Erlass einer Wachordnung zur Organisation der Wachdienste und
der Verteidigung der Stadt
1633 Schilderhäuser an der Stadtmauer
1656 Ausbau der Stadttore
1831 Abbruch der Stadttore

Während der ganzen Raubzüge und Feldzüge im 16. Jahrhundert hat sich Dülken zu einer ovalen Festungsstadt entwickelt, dem „Dülkener Ei“. Heute noch kann man einen Teil der Befestigungsanlagen an der alten Stadtmauer / Theodor-Frings-Allee sehen. Dort steht auch der einzige erhaltene Festungsturm, von denen Dülken 1568 insgesamt zwölf hatte, die fortwährend weiter ausgebaut wurden.

Wer heute über Nordwall und die anderen Wälle und Gräben spaziert, findet noch den Grundriss der alten Stadtstruktur. Ein Modell der Festungsanlage ist im Museum der Narrenakademie in der Narrenmühle zu besichtigen.

Trotz Mauer und Graben wird Dülken 1624 durch spanische Truppen besetzt. Der Dreißigjährige Krieg hat auch hier seine Spuren hinterlassen.

1634 kommt es zu einer großen Pest-Epediemie.

Die dauernden Streitereien der Nachbarn und mehrmalige Besetzungen führen 1642 zur Flucht in die Nachbargebiete von Holland bis Geldern.

1749 haben die Dülkener die Nase voll, dauernd überfallen zu werden und gründen die St. Donatus Schützenbruderschaft.

Dülken im 19.Jahrhundert

1801 wird Dülken offiziell französisch.

1814 geht es wieder in die andere Richtung, Dülken wird von den Franzosen befreit und Teil der Vorgängerländer des deutschen Reichs.

Mit 14 Brauereien und 4 Brennereien ist Dülken 1844 in der Lage, sich selbst und andere Gebiete zu versorgen. Ein früher Modellversuch zur Energiewende.

1868 Wird eine weitere traditionelle Karnevalsgesellschaft gegründet, das Orpheum.

Dülken im 20. Jahrhundert

Bis 1903 gibt es mehrere Innovationen. Dülken wird von vielen Gaslaternen erhellt und das Kaiser-Friedrich-Bad entsteht als eine klassische Badeanstalt der Kaiserzeit. Das ehemalige Bad wird heute als Wohnanlage genutzt.

1906 erhält Dülken einen Straßenbahnanschluss an das Mönchengladbacher Straßenbahnnetz und ein eigenes Straßenbahndepot. Die Strecke führte quer durch die Stadt bis zum Endpunkt an der Narrenmühle.

1914-1918 zeigt der erste Weltkrieg seine Auswirkungen auf die Dülkener Wirtschaft und über 450 Dülkener verlieren ihr Leben an der Front.

1940 erreicht der zweite Weltkrieg auch Dülken und die ersten Bomben fallen. Am Ende des zweiten Weltkriegs sind in Dülken insgesamt 1185 Menschen getötet worden. Dazu kommen deportierte und ermordete Opfer einer einst blühenden, jüdischen Gemeinde.

Am 1. August 1955 wird der Straßenbahnbetrieb eingestellt, Busse übernehmen fortan den Nahverkehr.

1968 gibt Dülken seine Selbständigkeit als Stadt mit einem knappen Ratsbeschluss auf. Bis dahin war die Stadt durchaus als sehr wohlhabend zu bezeichnen.

Narrenakademie – Die erleuchtete Monduniversität

Im Jahr 1554, dem wahrscheinlichen Gründungsjahr der Narrenakademie, beginnt der erleuchtete Mond über Dülken zu strahlen.  Neben dem Stadtwappen ist es wohl das bekannteste Symbol der Stadt.
Die Narrenakademie ist eine der ältesten, wenn nicht sogar die älteste Karnevalsgesellschaft überhaupt.

1741 wird das erste Doktordiplom der Narrenakademie verliehen.

Die Narrenakademie ist in dem wohl bekanntesten Gebäude der Stadt, der Narrenmühle, dem heutigen Stadtwahrzeichen untergebracht. 2020 wurde die Narrenmühle vollständig restauriert und wieder aufgebaut..

Heute beheimatet sie neben der Narrenakademie ein Museum, das eine umfangreiche Sammlung an Dokumenten und eine Vielzahl von Kuriositäten zur Geschichte der Dülkener Narrenakademie zeigt

„Dat Strippken“ wie die Dülkener das Symbol der „erleuchteten Monduniversität“ liebevoll nennen, findet man gemeinsam mit dem ehemaligen Wappen an vielen Häusern, Fahnenhaltern und Informationstafeln innerhalb des Stadtgebietes.

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Fazit

Ein Stadtrundgang durch Dülken ist auf jeden Fall lohnenswert. Die Historische Meile führt zu den wichtigsten Punkten der Stadtentwicklung und macht Geschichte sichtbar. Dülken das Herz vom Niederrhein schmachtet einen Dornröschenschlaf und hat gerade heute, um die Gunst der Besucher zu kämpfen. Es liegt dabei im Schatten von Viersen. Für mich unbegreiflich, warum man die Selbständigkeit 1968 abgegeben hat. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sterne.

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Viel Spaß auf der historischen Meile Dülken
Euer Niederrheinscout

Armin Jackels

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