Wandern oder im Englischen auch Hiking wird immer beliebter. Es sind die Sportarten in der freien Natur, die Outdoor Aktivitäten, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Schon lange ist das Wandern aus dem Muff der Knickerbocker-Ära heraus. Gerade jetzt, zu Coronazeiten, erfreuen sich die Aktivitäten unter freiem Himmel und in der freien Natur immer größerer Beliebtheit. Der Trend ist unaufhaltsam.

Wandern in freier Natur

Wandern in freier Natur

Nachweislich ist die Ansteckungsgefahr im Freien auch am geringsten, zudem wandert man oft alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen. Alleine kann man wunderbar abschalten und sich auf das Naturerlebnis konzentrieren. Zu zweit oder in der Gruppe herrscht mehr Geselligkeit. Neben dem Naturerlebnis spielt hier auch das Gruppenerlebnis eine große Rolle.

Wandern ein Genußerlebnis

Aber was sind die Dinge, die das das Wandern zu einem Genußerlebnis für alle Sinne macht und welche Voraussetzungen sind erforderlich.

Im folgenden möchte ich die verschiedenen Bereiche einmal genauer unter die Lupe nehmen. Angefangen von der körperlichen Verfassung, über die Ausrüstung bis zur Tourenplanung und den zugehörigen Hilfsmitteln möchte ich euch mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Die Ergebnisse meiner Analyse beruhen alle auf eigenen Erfahrungen und sind von mir vielfach bei diversen Touren erprobt. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Inhaltsverzeichnis

Individuelle körperliche Anforderungen
Wanderausrüstung
Wanderschuhe

Wanderbekleidung
Wanderrucksack
Wanderstöcke
Outdoornavigation

Erste Hilfe
Verpflegung
Tourenplanung
Fazit

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Individuelle körperliche Anforderungen

Wandern oder im Englischen auch Hiking ist eine Sportart, die für jedermann geeignet ist, wenn man seine individuellen persönlichen Voraussetzungen kennt und berücksichtigt.
Als Ungeübter fange ich mit kurzen Touren oder Spaziergängen im flachen Gelände an. Ein kurzer Spaziergang durch den Wald, einen Park oder die Stadt ist ein guter Anfang.
Wenn ich dies regelmäßig z.B. zweimal in der Woche 2 bis 4 km mache, merke ich schnell, wie sich meine Kondition verbessert und ich meine Touren langsam verlängern kann.
Mit zunehmender Kondition steigere ich die Länge meiner Touren. auf 5 bis 10 km.
Je besser meine Grundkondition wird, desto länger die Tour und desto anspruchsvoller kann das Gelände sein.

Grundsätzlich gilt jedoch:

Die gewählte Wandertour muss zu meiner Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit passen

Man sollte sich auf keinen Fall überschätzen, sondern lieber am Anfang etwas zurückhaltender sein.
Der Körper gibt einem im Regelfall eine ganz gute Rückmeldung in Form von: Atemlosigkeit, Muskelbeschwerden oder Muskelkater, der sich spätestens am nächsten Tag bemerkbar macht.

Ich habe für mich persönlich die Grenze meiner Touren bei ca. 15 km festgelegt. Das bedeutet allerdings nicht, das ich nicht auch einmal eine etwas kürzere oder längere Strecke wandere. Es ist jedem selbst überlassen und immer abhängig von den eigenen, persönlichen Voraussetzungen.

15 km bedeutet in Abhängigkeit vom Gelände 3,5 bis 5 Stunden reine Wanderzeit ohne Pausen und entspricht mit An- und Abreise und Pausen einer schönen Tagestour.

Neben Länge und Zeit spielen auch die zu bewältigenden Höhenmeter und die Steilheit der Anstiege eine Rolle.
Bei Touren mit vielen Höhenmetern in bergigem oder sogar alpinem Gelände ist neben einer guten Kondition auf jeden Fall auch Trittssicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.
Die Tour sollte immer zu den eigenen individuellen Fähigkeiten passen, ansonsten macht sie keinen Spaß oder bringt dich sogar in Gefahr.

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Wanderausrüstung

Eine Wanderausrüstung besteht aus einer Grundausstattung und zusätzlichen Ausrüstungsgegenständen, abhängig von der gewählten Tour und der Region, in der du wanderst.

Zur Grundausstattung zählen:

  • Rucksack
  • Leichte Wanderschuhe, wahlweise Wanderstiefel
  • Feste Hose, vorzugsweise Funktions-Wanderhose (Im Zweifelsfall tut es auch eine Jeans)
  • Oberbekleidung nach dem Zwiebelprinzip (T-Shirt, Sweater, Pullover)
  • Funktionsjacke, wahlweise Trekkingjacke
  • Funktionsunterwäsche
  • Ausreichend Proviant und Getränke
  • Persönliche Papiere
  • Reise-Apotheke, Pflaster, Feuerzeug, Taschenmesser
  • Handy und Wanderkarte alternativ Outdoor-Navi oder eine entsprechende App auf dem Handy

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Wanderschuhe

Schuhe sollten bequem und dem jeweiligen Gelände angepasst sein. Beim Kauf der Schuhe sollte man sich unbedingt im Fachhandel beraten lassen und lieber ein paar Euro mehr ausgeben, damit alles optimal abgestimmt ist.
Es gibt für eine Wanderung nichts Schlimmeres, als drückende, scheuernde, nicht passende Schuhe.
Ein guter Verkäufer wird deine Anforderungen schnell ermitteln, dich beraten und dir dann die passenden Schuhe und dazugehörigen Socken anbieten.

Wanderbekleidung

Die Wanderbekleidung sollte nach dem Zwiebelprinzip aufgebaut sein. Funktionsunterwäsche ist sehr zu empfehlen, da sie die Feuchtigkeit nach Außen transportiert und schnell trocknet, während Baumwolle sich vollsaugt und sehr langsam trocknet und damit den Körper auskühlt.
Hose, Hemd, Pullover, Sweater und Jacke sollten ebenfalls aus Funktionsbekleidung bestehen, ansonsten steht man im eigenen Saft. Lieber mehrere Bekleidungsstücke übereinander anziehen, anstelle nur einer dicken Thermojacke.
Grundsätzlich ist, wie schon erwähnt, das Zwiebelprinzip angesagt. Es ermöglicht Teile der Bekleidung aus- oder anzuziehen, um sich den jeweiligen Witterungsverhältnissen individuell anpassen zu können.

Auf keinen Fall darf aber eine winddichte und atmungsaktive Regenjacke fehlen, die auch bei schönem Wetter immer in den Rucksack gehört.

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Wanderrucksack

Die Auswahl des richtigen Rucksacks hängt von deinen Touren ab. Es gibt Tagesrucksäcke und Mehrtagesrucksäcke, die sich in Form, Größe und Aufbau/Unterteilung unterscheiden.

Der Rucksack sollte bequem zu tragen sein und entsprechende Verstellmöglichkeiten für Tragegurt, Bauchgurt und Brustgurt haben. Er sollte wasserdicht sein oder ein entsprechendes Regencape haben und möglichst leicht sein.
Die Funktionalität ist maßgebend und nicht die Optik oder das Design. Das Angebot ist jedoch so groß und vielfältig, das jeder das passende Rucksack-Design finden wird.

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Wanderstöcke

Wer im hügeligen oder sogar alpinen Gelände unterwegs ist, für den sind Wanderstöcke unverzichtbar. Der Wanderstock sollte Längen anpassbar sein, einen guten angenehmen Griff und eine Dämpfung haben, damit die Stöße beim Aufsetzen des Stocks auf hartem Untergrund nicht in den Arm gehen.
Das Gewicht spielt natürlich auch eine Rolle, darum sollten die Stöcke möglichst leicht sein.

Ob sie letztendlich aus Karbon oder Aluminium sind, ist eine Geschmacks- und Preisfrage. Der wesentliche Unterschied besteht im Gewicht und das der Karbonstock bei sehr starkem Druck bricht, während der Aluminiumstock sich verbiegt bevor er möglicherweise bricht.

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Outdoornavigation Wandern

Für die Navigation auf deiner Tour benötigst du eine entsprechende Karte, ein Outdoornavi oder dein Handy mit entsprechender App bzw. eine gut ausgeschilderte Strecke mit durchgehender Beschilderung,
Das Deutsche Wanderinstitut hat z.B. eine Übersicht aller Premiumwanderwege zusammengestellt, denen man problemlos nur auf Basis der Beschilderung folgen kann.
Ein Outdoornavi erleichtert natürlich die Navigation im Gelände per Bildschirm und Ansage enorm. Es benötigt zur Ortsbestimmung immer ein Sattelitensignal.

Outdoornavi oder Handyapp zur Navigation?

Es gibt Geräte z.B. von Garmin, die ausschließlich der Navigation dienen und bei denen man im laufenden Betrieb die Akkus tauschen kann. Hier musst du das Gerät und eventuell auch das Kartenmaterial kaufen, wenn man keine OSM-Karten (Open-Street-Map Karten) verwenden möchte.

Die gleiche Funktionalität bieten auch Handys mit Apps wie Outdoor-Active oder Komoot. Die Apps sind oft sehr günstig zu erwerben. Bei Komoot z.B. liegt der Standardpreis für die Normalversion mit weltweitem Kartenmaterial und lebenslangem Update bei 29,95 Euro. Ich habe meine Komoot-App für 19,95 Euro gekauft.
Du kannst die Apps und deren Websites auch kostenlos nutzen und nach einer Testphase entscheiden, ob du zusätzlich Produkte und Funktionen erwerben möchtest. Dies ist aus meiner Sicht sinnvoll, da die kostenfreien Versionen nicht den vollen Funktionsumfang bieten. Allerdings gibt es auch Funktionen, die man nicht unbedingt benötigt.
Voraussetzung für die kostenlose Nutzung ist jedoch eine Registrierung mit deiner E-Mail-Adresse oder mit deinem Facebook-Account.
Unter folgendem Link „Outdoor-Navigations-Apps“ findest du einen Vergleich der verschiedenen Handy-Apps.

Da die Handy-Navigation sehr stromintensiv ist, sollte man auf jeden Fall einen aufgeladen Powerpack für das Handy mithaben. Diese sind bereits ab ca. 10,- Euro erhältlich.

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Erste Hilfe

In den Rucksack gehören immer eine kleine Reise-Apotheke, Pflaster und Verbandsmaterial zur Behandlung kleinerer Verletzungen, sowie Feuerzeug und Taschenmesser.
Ein Handy darf natürlich auch nicht fehlen, um im Notfall Hilfe herbeirufen zu können.

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Verpflegung

In Abhängigkeit von der Länge der Tour sollten auch unabhängig von etwaigen Einkehrmöglichkeiten immer Getränke und Verpflegung mitgenommen werden.

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Tourenplanung

Komoot Tourenplanung

Ich persönlich nutze, wie bereits oben erwähnt, für meine Tourenplanung Komoot.
Mit Komoot kann man seine Tour ganz bequem am PC erstellen und danach das GPX-File aufs Handy oder Navigationsgerät laden.
Alternativ lädt man einfach ein vorhandenes GPX-File aus einem der vielen Wanderportale oder von den Webseiten der Fremdenverkehrsämter auf sein Gerät/Handy herunter und schon kann es losgehen.
Du kannst dir auch ein GPX-File in deine App hochladen und dann individuell deinen Bedürfnissen anpassen oder eine Tour komplett neu erstellen.

In Komoot lege ich als erstes meine Aktivität „Wandern“ und den Ort fest, an dem ich meine Tour machen möchte.
Danach erhalte ich Wandervorschläge um diesen Ort, deren Anzahl ich abhängig vom Radius entsprechend eingrenzen oder erweitern kann.

Alternativ gebe ich im Routenplaner einen Ort ein und setze in der Karte einen Startpunkt. Danach wähle ich bei einer Streckenwanderung einen Zielpunkt aus. Hieraus erstellt Komoot dann automatisch die Strecke, die ich dann durch Setzen und/oder Löschen von Zwischenpunkten individuell anpassen kann.

Bei einer Rundwanderung setze ich als erstes den Startpunkt und dann die einzelnen Zwischenpunkte bis ich die gewünschte Rundtour erstellt habe.
Komoot erkennt die begehbaren Wege und Durchgangssperren und versucht Straßen, wenn möglich zu meiden oder führt die Tour anders. Wenn man das Ganze mehrmals gemacht hat, ist man schnell mit der App vertraut und kann seine eigenen Touren planen und erstellen.

Auch meine letzten Stadtrundgänge in Krakau, Valetta, Budapest, Prag, Barcelona etc. habe ich mit Komoot geplant und es hat immer hervorragend funktioniert.
Vor Ort kann man dann immer noch kleinere Korrekturen vornehmen und etwas anders wandern, wenn einem eine andere Streckenführung mehr zusagt. Am PC ist leider nicht immer die optimale Streckenführung zu erkennen, auch wenn man zwischen Karten- und Sattelitendarstellung wechseln kann.

Mit ein wenig Erfahrung hat man vor Ort den Dreh mit dem richtigen oder schöneren Weg schnell heraus.

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Fazit

Ich hoffe meine Ratschläge und Tipps waren hilfreich, so das ihr euch jetzt ungehindert aufs Wandern/Hiking konzentrieren und freuen könnt.

Der wichtigste Ratschlag nochmals in aller Kürze:
Deine Tour muss immer zu deiner individuelle Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Ausrüstung passen.

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Viel Spaß beim Wandern
Euer Niederrheinscout

Armin Jackels

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